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Häufige Fragen und Antworten zur Erdgasumstellung

Hintergrund

    • In Deutschland gibt es zwei verschiedene Gasarten, L- und H-Gas.
    • Diese unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung und ihrem Energiegehalt.
    • Die Bezeichnung „L-“ steht dabei für „low“ (niedrig), „H-“ steht für „high“ (hoch). Der Brennwert von H-Gas ist höher als der von L-Gas (rund 11,5 kWh/m³ zu 10 kWh/m³).
    • Erdgaskund*innen werden in Deutschland bisher entweder mit L-Gas oder mit H-Gas versorgt. In unserem Netzgebiet strömt bisher L-Gas durch die Leitungen. 
    • Die L-Gas-Versorgung wurde bislang hauptsächlich aus den Niederlanden bezogen. 
    • Diese Vorkommen sind jedoch bald erschöpft und L-Gas steht uns in Zukunft nicht mehr unbegrenzt zur Verfügung. Eine Umstellung auf H-Gas ist daher erforderlich. 
    • Aus der unterschiedlichen Beschaffenheit der Gasarten L- und H-Gas ergeben sich auch unterschiedliche Anforderungen an die Gasgeräte in Haushalten und Industrieanlagen.
    • Diese müssen auf die jeweilige Gasqualität eingestellt werden.
    • Mit L-Gas aus den Niederlanden werden heute ca. 23 % aller deutschen Haushalte und der regionalen Industrie versorgt.
    • Alle diese Haushalte und Industriebetriebe sind von der Umstellung betroffen.
    • Bis 2030 wird die Umstellung deutschlandweit ca. 4,5 Millionen Gaskund*innen betreffen.
    • Die Umstellung wird nicht für alle Netzgebiete gleichzeitig, sondern nach einem von den Ferngasleitungsnetzbetreibern vereinbarten Plan schrittweise umgesetzt.
    • L-Gas-Versorgungsgebiete befinden sich schwerpunktmäßig in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen und der Region Mittelhessen sowie in Teilen Sachsen-Anhalts.

Geräte

    • Die große Mehrheit aller Gasgeräte ist aus technischen Gründen auf die jeweilige Gasart, die sie bezieht, eingestellt.
    • Nur so ist ein sicherer und effizienter Betrieb gewährleistet.
    • Bei einer Änderung der bezogenen Gasart muss entsprechend auch das Gerät angepasst werden.
    • Ansonsten kann es zu einer Beschädigung oder Zerstörung des Gerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers kommen.
    • Es gibt auch Geräte, die für den Betrieb mit L- und H-Gas geeignet sind - etwa selbstadaptive Gasthermen, die sich selbstständig anpassen.
    • Sollte sich im Haushalt ein solches Gerät befinden, so werden die beauftragten Montagefachkräfte dies bei der (in jedem Fall notwendigen) Erhebung feststellen und uns entsprechend informieren.
    • In den allermeisten Fällen ist eine Anpassung der Geräte durchführbar. 
    • Diese Beurteilung nehmen die Mitarbeitenden des Erdgasbüros vor. 
    • In Fällen, in denen eine Anpassung nicht möglich ist, werden die Kund*innen gesondert informiert und das weitere Vorgehen wird abgestimmt. 
    • Grundsätzlich kommt dies etwa bei sehr alten Gasgeräten vor.
    • Nein. Wenn Gasgeräte auf Wunsch der Betreiberin/des Betreibers nicht angepasst werden, muss durch den jeweiligen Netzbetreiber der komplette Gasanschluss gesperrt werden. 
    • Aus einem Weiterbetrieb mit falschen Einstellungen können Gefahren von einer Beschädigung oder Zerstörung des Gerätes bis hin zu einer Gefährdung des Betriebsortes oder des Betreibers entstehen.
    • Im Nachgang der durchgeführten Erhebung erhält der oder die Kund*in eine individuelle Mitteilung über die Nicht-Anpassbarkeit ihrer/seiner Geräte, aus der hervorgeht, was in diesem Fall zu tun ist. 
    • Einen eventuellen Geräteaustausch nimmt der oder die Eigentümer*in selbst vor.

Kosten

    • Soweit das Gerät anpassungsfähig ist, entstehen keine unmittelbaren Kosten.
    • Die Kosten für Erhebung, Anpassung sowie alle weiteren Maßnahmen werden vom Netzbetreiber übernommen und später deutschlandweit auf alle Gaskund*innen umgelegt.
    • Sie sind somit in den Netzentgelten enthalten.
    • Der Energiebezug wird in der Regel nicht teurer, da in kWh abgerechnet wird. 
    • Da das „neue“ Gas einen höheren Brennwert aufweist, werden mit weniger Volumen mehr kWh geliefert. 
    • Es sind also weniger m³ auf dem Gaszähler abzulesen. 
    • Die in kWh abgerechneten Verbrauchsmengen werden sich nicht signifikant ändern.
    • Der lokale Netzbetreiber ist zur Organisation und zur Kostenübernahme der Umstellung verpflichtet. 
    • Die durch die Umstellung von L- auf H-Gas anfallenden Kosten werden entsprechend den Vorgaben aus § 19a EnWG bundesweit gewälzt.

Ablauf

    • Alle von uns beauftragten Firmen wurden mit entsprechenden Legitimationsnachweisen ausgestattet. 
    • Unsere Montagefachkräfte werden sich unaufgefordert bei Ihnen ausweisen. 
    • Sollten Sie Zweifel haben, kontaktieren Sie bitte unser Erdgasbüro unter der Telefonnummer: 02102 485 – 428.
    • Den Zeitraum für Erhebung und Anpassung teilen wir Ihnen vor Beginn der Erhebung bzw. Anpassung mit einem allgemeinen Informationsschreiben mit. 
    • Zusätzlich erhalten Sie von uns rechtzeitig und unaufgefordert eine schriftliche Terminankündigung.
    • Im Rahmen der Erdgasumstellung sind in der Regel zwei Besuche durch die von uns beauftragten Montagefachkräfte erforderlich. 
    • Der erste Termin erfolgt zur Erhebung, in deren Rahmen alle im Haushalt betriebenen Gasgeräte registriert (d. h. ihre technischen Daten erfasst) werden. 
    • Im zweiten Termin erfolgt dann die Anpassung, bei der die Geräte auf die zukünftige Gasart umgerüstet werden. 
    • In einzelnen Fällen kann eine Nachkontrolle einzelner Geräte einen weiteren Besuch erforderlich machen. 
    • Diese Qualitätskontrolle dient der Überprüfung aller durchgeführten Arbeiten.
    • Bei der Erhebung werden alle relevanten Eigenschaften der Gasgeräte erfasst, um die spätere Anpassung optimal planen und vorbereiten zu können. 
    • Im Rahmen der Erhebung wird die Funktion der Gasgeräte in keiner Weise eingeschränkt.
    • Eine Erhebung dauert in der Regel ca. 30 – 45 Minuten pro Gerät.
    • Bei der Anpassung werden die Geräte auf die neue Gasart umgerüstet. 
    • In den meisten Fällen werden eine oder mehrere Düsen im Gerät ausgetauscht und danach eine Einstellung des Brenners vorgenommen. 
    • Der Aufwand der Anpassung ist abhängig vom Gerätetyp. 
    • Die Art des Gerätes hat z. B. auch Einfluss auf die Anzahl der zu wechselnden Düsen und der einzustellenden Regelarmaturen.
    • Normalerweise dauert eine Anpassung weniger als eine Stunde pro Gerät.
    • In Abhängigkeit vom jeweiligen Gerätetyp kann es in Ausnahmefällen zu einer längeren Anpassungsdauer kommen.

Service

    • Bitte kontaktieren Sie in diesen Fällen die Mitarbeitenden unseres Erdgasbüros unter der Telefonnummer 02102 485 - 428.